Interviews

Im INTERVIEW - HERE I VANISH: „Ehrlich. Melodisch. Kritisch“

Jede Band steht heutzutage vor den gleichen Problemen: Albumproduktion, Selbstvermarktung und schwindende Auftrittsmöglichkeiten sind nur einige davon.
Wir haben uns mit der Ilsenburger Metalcore Band „Here I Vanish“ über ihr neues Album und die alltäglichen Probleme einer Band unterhalten.

Artistfy: Stellt Euch als Band bitte kurz vor.

Here I Vanish: Gegründet wurde die Band in Ilsenburg/Harz bereits 2007 und ist seither durchweg unter dem Namen Here I Vanish tätig. Der Bandname lässt vielen Assoziationen Raum. Wir verbinden es mit dem positiven Gefühl beim Spielen, alles andere auszublenden.

Der eigentliche Namensgeber, sämtliche Urmitglieder, sowie fünf weitere Musiker durchliefen die Band bereits aus den verschiedensten Gründen. Lediglich Benny, Domi und Alex spielten noch mit den Gründungsmitgliedern zusammen. Die aktuelle sechsköpfige Besetzung mit zwei Sängern besteht seit 2014 und funktioniert bisher am besten.

Als markantes Merkmal der Band ist in erster Linie die Dynamik der beiden Rampensäue Domi und Brachi zu nennen. Das macht Live und auf Platte viel her.
Ansonsten widmen wir uns im weitesten Sinne mittlerweile recht erwachsen und melodisch gewordenem Metalcore und mischen dies eher unbewusst mit diversen Stilen des modernen Metal. Manches ist recht schwedenlastig geworden. Beim Schreiben folgen wir keiner gedanklich vorgelegten Idee. Es kommt aus den Fingern und wenn es im Ohr kleben bleibt, dann wird es auch nicht mehr verworfen. Das aktuelle Album schrieben Alex und Benny. Die Zusammenarbeit war nahezu symbiotisch. Die Finger brechen wir uns dabei nicht. Da gibt’s genug, auch sehr gute, Andere, die das tun.

Artistfy: Beschreibt euer neues Album ,,Blurry Eyes“ in drei Worten.

Here I Vanish: Ehrlich. Melodisch. Kritisch.

Artistfy: Wie habt ihr euer nunmehr drittes Album produziert?

Here I Vanish: Unser drittes Album ist inklusive Artwork wieder eine DIY-Produktion. Die Zeichnungen stammen von einem Freund.

Artistfy: Habt ihr ein musikalisches Konzept verfolgt oder steht jeder Song für sich?

Here I Vanish: Was uns an dem neuen Album gefällt, ist dass jeder Song einen eigenen Charakter hat, aber durch gute Eingängigkeit wieder eine Einheit mit dem Rest der Scheibe bildet.

Artistfy: Habt ihr einen zentralen Inhalt in euren Texten?

Here I Vanish: Das Album befasst sich übergreifend mit dem alltäglich gewordenen Wahnsinn unserer Zeit. Der Titel „Blurry Eyes“ beschreibt den gleichgültigen Umgang oder gar die Leugnung der uns alle umgebenden normal gewordenen Probleme. Scheinbar weit von einem entfernten Thema wie Krieg, Politik und Korruption und Ausbeutung von Mensch und Natur, legt es den Finger in die Wunde. Es befasst sich aber auch mit nahen Themen und deren gesellschaftliche Wahrnehmung, wie zwischenmenschliche Bindungen, Verrat, Depressionen und Sucht, Gewalt, Schicksalsschlägen und der Suche nach Freiheit.

Artistfy: Gibt es viele Auftrittsmöglichkeiten oder ist es eher schwierig Auftritte spielen zu können?

Here I Vanish: Das ist regional sehr unterschiedlich. Denkt man an den Hype vor einigen Jahren, ist es zumindest bei uns in der Provinz recht ruhig geworden. Die Leute sind scheinbar satt. Der ständige Zuwachs an Bands ist allerdings nicht stagniert. Somit ergibt sich natürlich ein mächtiges Gerangel um gute Shows in urbanen Hotspots, zu denen die Leute auch hingehen.

Artistfy: Wie schwer ist es als Band heutzutage auf sich aufmerksam zu machen?

Here I Vanish: Sehr! Wer nicht wirbt, der stirbt. Und um sich Werben ist nicht Jedermanns Sache. Besonders nicht, wenn man mit dem Kern der Sache, der Musik, Aufmerksamkeit erlangen will. Die modernen medialen Verbreitungsmöglichkeiten machen vieles möglich. So lässt sich mit leichtem Aufwand auch Schrott gut vermarkten. Unser Ziel ist es, über gute Bühnenleistung an weitere Shows zu kommen. Das ist am ehrlichsten.

Artistfy: Was könnt ihr neuen, jungen Bands für ihre Zukunft raten?

Here I Vanish: Bleibt authentisch bei dem was ihr macht, seit ehrlich was eure Ziele angeht und vergesst die Musik nicht dabei. Dann habt ihr zumindest gute Chancen auf Spaß an euerm Projekt!

Artistfy: Was wünscht ihr euch für eure Zukunft als Band?

Here I Vanish: Nette Leute in coolen Clubs bei fetten Shows zu erleben, mit möglichst viel Here-I-Vanish-Gefühl!

Website: www.hereivanish.de 
Bandcamp: www.hereivanish.bandcamp.com 
Facebook: www.facebook.com/HereIVanishMetal

Interview mit der Band SISC

Welcome to the Show: SISC ist mit einer neuen Single am Start!

Die Band SISC aus Berlin dürfte nicht nur für die deutschen Hauptstädter mittlerweile eine waschechte Institution der Rock-Genres Gothic und Folk sein. Schon 1986 hat die Band, die sich durch ein außergewöhnliches Erscheinungsbild, ausgeprägte mittelalterliche Einflüsse und zum Staunen bringenden Mut zur Charakterstärke von der Masse abhebt, ihre Gründung gefeiert und 1994 das erste Werk „Enter At Your Own SISC“ auf den Markt gebracht. Seither folgten fünf Longplayer. Zuletzt das Album „Too Drunk To Jig“, welches im Jahr 2014 veröffentlicht wurde. 2017 haben die Mitglieder von SISC, die auch schon auf dem EMERGENZA-Festival oder dem WGT in Leipzig zu sehen gewesen sind, Neues für Fans und interessierte Ohren parat: Seit Februar ist die Single „Welcome to the Show“, im Vertrieb über Artistfy Music, erhältlich! Wir möchten euch SISC nicht einfach nur vorstellen, sondern die Band selbst zu Wort kommen lassen. Artistfy im Gespräch mit SISC!

Artistfy: SISC besteht mittlerweile seit knapp 30 Jahren. Wer in eurer Diskografie stöbert merkt schnell, dass ihr eurem Stil über die Jahre hinweg treu geblieben seid. Ist euch dies leicht gefallen?

SISC: Vermutlich würde es uns eher schwer fallen, einem gerade angesagten Stil hinterherzuschwimmen. Das wirkt bei Bands, die es viel länger gibt, als den jeweiligen Stil, oft ein bisschen peinlich. Bitte nicht falsch verstehen: Wir finden es gut und sinnvoll, Einflüsse aufzunehmen, Stillstand nutzt Niemandem. Aber wenn man in seinem eigenen Zitatenkästlein spurlos verschwindet, hat man etwas falsch gemacht. Wir gehen ja nicht davon aus, in den Charts zu landen, also können wir genau das machen, worauf wir gerade Lust haben.

Artistfy: Wie würdet ihr selbst die musikalische Entwicklung beschreiben, die ihr in all dieser Zeit erfahren durftet?

SISC: SISC kommt ja ursprüglich aus der Wave und Gothic Szene. Wir haben eine ganze Weile mit synthetischen Drums, mit Sequenzerläufen und ziemlich schrägen Sounds herumexperimentiert, aber wir hatten nun mal auch von Anfang an einen Hang zu alter Musik, zu Swing, Ska und Folk. Der Übergang von Cyberpunk zu Steampunk ist ohnehin fließend, so dass sich bei uns alles irgendwie verbindet.

Artistfy: Der aktuelle Titel „Welcome To The Show“, der vergangenen Februar veröffentlicht wurde, ist euer neuester Streich. Warum und wie ist der Song entstanden?

SISC: Das Lied ist tatsächlich schon anderthalb Jahre alt und bei diversen Auftritten erprobt worden. Bei uns werden die meisten Songs erst eine Weile lang live gespielt, bevor wir sie dann aufnehmen. Zur Zeit ist es unser Intro und eine gute Anfangsnummer sollte das Publikum auf das einstimmen, was sie so erwartet. Ein Teil des Songs ist schon sehr alt, wurde aber nie von uns live gespielt und aus ziemlich heiterem Himmel ist uns dann plötzlich der Rest eingefallen. Das passt eigentlich ziemlich gut zu uns.

Artistfy: Wie sieht es mit den Planungen für einen neuen Longplayer aus?

SISC: Wir würden eigentlich gerne noch ein oder zwei von den Alten verkaufen, die noch bei uns herumliegen. Aber genug neues Material für eine neue CD hätten wir schon. Wir werden in diesem Jahr also etliche Songs aufnehmen. Wir überlegen gerade, ob wir dabei auch noch ein paar ganz alte Nummern mitnehmen, mit denen wir nie im Studio waren. Die würden wir dann zum freien Download für unsere Freunde bereitstellen.

Artistfy: Visuell sieht man euch sehr eine Leidenschaft für den Filmemacher Tim Burton an. Was gefällt euch am „Bizarren“ und welcher seiner Filme ist euer Lieblingswerk?

SISC: Das Verstiegene, Verspielte und dabei aber auch etwas Gruselige ist für uns sehr faszinierend. Wir wollen auch eher bizarr sein, als die megaharten Metal-Monster heraushängen zu lassen, die wir nun mal nicht sind. Pathos - ob nun düster oder nicht - fühlt sich komisch (aber nicht ha-ha-komisch) an, wenn da keine ironische Brechung stattfindet. Abgesehen davon ist Tim Burton ein spannender Designer, auch wenn seine Sachen irgendwie alle gleich aussehen. "Corpse Bride" und "Sleepy Hollow" stehen ganz weit oben auf der Hitliste. "Nightmare before Christmas" ist auch toll. Außerdem ist die Musik von Danny Elfman brillant, Templer ist ein großer Fan von Elfman's ehemaliger Band Oingo Boingo -die auch echt schräge Videos gemacht haben.

Artistfy: Wenn ihr Musikvideos dreht: Wer ist für die Inhalte verantwortlich, also der Regisseur?

SISC: Das ist ganz unterschiedlich. Etliche unserer Videos sind ja primär als Anschauungsmaterial gedacht, um etwaigen Veranstaltern zu zeigen, was wir auf der Bühne so machen. Bei anderen stand ein visuelles Konzept oder eine bestimmte Geschichte bzw. Atmosphäre im Vordergrund. Die Ideen für so etwas entwickeln wir meistens gemeinsam. Manchmal sind es aber auch einzelne Bandmitglieder oder Ben (unser Manager) oder andere Freunde der Band. Natürlich muss so ein Plan für ein Video von allen Beteiligten abgesegnet werden.

Artistfy: Auch Live-Auftritte habt ihr Unzählige absolviert. Was steht in der nächsten Zeit an?

SISC: Wir bemühen uns immer unsere Webseite und Facebookseite auf dem neuesten Stand zu halten. Ihr findet dort alle wichtigen Termine.

Weitere Infos findet ihr auf Facebook, YouTube und auf der Website.

Interview mit Break the Engine

Artistfy: Am 16. Dezember erschien eure EP „Misery“. Sechs Songs gibt es darauf zu hören. Was erwartet den Hörer?

Break the Engine: Die Platte ist ein gesunder Mix aus klassischen Punk-Rock Riffs, Einflüssen aus Post Hardcore und eingängigen Melodien. Vom Rocker der alten Schule bis hin zum politisch interessierten Punk: Auf „Misery“ ist für jeden was dabei.

Artistfy: Ihr macht Rock Musik, welche eine große Szene hat. Ist es mittlerweile sehr schwer noch Fuß zu fassen oder sich unter den vielen Bands durchzusetzen?

Break the Engine: Eine große Szene heißt natürlich auch, dass es viele potenzielle Hörer gibt. Aber es gibt auch viele gute Bands, was es schwierig macht, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und hervorzustechen.

Artistfy: Was reizt euch am Rock?

Break the Engine: Rock ist ein Stück weit Leidenschaft. Ehrliche Texte, harte Riffs und Moshpits. Was will man mehr?

Artistfy: Wird es im Jahr 2017 eine Tour geben oder gibt es schon Auftritte?

Break the Engine: Wir haben uns für das Hört-Hört-Finale am 18. März in der Hildesheimer Halle 39 qualifiziert und werden dort für den härteren Teil der Musik sorgen. Weitere Konzerte sind in Planung und werden zeitnah bekanntgegeben.

Artistfy: Was erwartet ihr von euerer EP? Gibt es ein Ziel, das ihr euch gesetzt habt?

Break the Engine: Wir hoffen natürlich, dass die EP gut ankommt und wir unsere Fanbase ausbauen können. Außerdem soll die Scheibe auf uns aufmerksam machen. Ein konkretes Ziel in Zahlen haben wir nicht, da lassen wir uns mal überraschen. Sehr erfreulich wäre, wenn irgendjemand feiern würde, was wir da fabriziert haben.

Artistfy: Wer sind eure Vorbilder? Gibt es eine Band, die euch besonders inspiriert?

Break the Engine: Besonders in unserer Anfangszeit haben uns Band wie Sum41, Rise Against oder auch Blink182 geprägt.
Im Laufe der Zeit wurde die Musik aber ein wenig härter. Wir versuchen nicht dem Stil einer konkreten Band zu folgen oder uns in gewissen Genre-Grenzen zu bewegen, vielmehr bauen wir viele verschiedene Einflüsse in unsere Musik ein.

Artistfy: Wie geht ihr beim Song schreiben vor? Sind es Themen aus dem Alltag oder eher frei Schnauze?

Break the Engine: In unseren Songs verarbeiten wir Themen, die uns oder einzelne von uns in bestimmten Situationen unseres Lebens bewegt haben. Auf unserer EP versammeln sich Songs aus den letzten 6 Jahren, die auf unterschiedliche Weisen entstanden sind. Teilweise erzählen unsere Texte Geschichten, mit denen wir selbst eher abstrahiert etwas zu tun haben, andere sind das Ergebnis von langen Nächten und Gefühlsverarbeitung. Immer mal wieder sind es auch Themen, die, besonders in den letzten beiden Jahren, fast täglich in den Nachrichten sind, die uns quasi keine andere Wahl lassen, als darüber zu schreiben. Die meisten unserer Songs sind nicht entstanden, weil wir das Ziel hatten einen Song zu schreiben und dafür einen Text brauchten, sondern weil wir etwas erlebt haben, das wir teilen wollten oder Dinge sehen, die wir verändern wollen.

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KYOSIS – Klingt gut, klingt groß und bleibt im Ohr

KYOSIS – Klingt gut, klingt groß und bleibt im Ohr: Die Münchener Rocker haben 2017 viel vor und wir haben ihnen – in Person von Drummer Andre – mal genauer auf den Zahn gefühlt.

Newcomer Szene: Ihr habt euch Ende 2014 gegründet und im Sommer letzten Jahres eure erste (Promo) EP an den Start gebracht. Wie habt ihr zusammen gefunden?

Kyosis: Unser ehemaliger Gitarrist David und unser Schlagzeuger Andre waren damals Arbeitskollegen. Max (Bass) und David kannten sich schon etwas länger. Wie es dann so kommt, was machst Du so, hast Du Bock auf ne Band, wir haben einen Raum! Und somit war der Grundstein gelegt. Anfang 2015 haben wir dann über eine Anzeige noch Tobi an der Gitarre und Thanos am Gesang dazugewinnen können. Im Oktober 2016 gab es dann aus privaten Gründen den ersten Line-Up Wechsel und wir haben Olli als neuen Gitarristen aufgenommen.

Newcomer Szene: Zwischen euren Anfängen (des Songwritings) und der EP lag/liegt knapp ein Jahr: Wie schwer fiel es euch, euch musikalisch (zusammen) zu finden und einen gemeinsamen Nenner zu definieren?

Kyosis: Das fiel uns im Grunde nicht sehr schwer. Wir hören alle guten Gitarren-Rock, der eine ein bisschen härteren, der andere ein bisschen punkigeren. Aber die Schnittstellen waren da. Das Jahr kam dadurch zustande, weil wir eigentlich erst Mitte 2015 komplett waren und die ursprünglichen Ideen dann erst zu richtigen Songs geformt haben.

Newcomer Szene: Diese Frage wird oft belächelt, aber wie seid ihr auf euren Bandnamen gekommen und wieso habt ihr diesen gewechselt? (ehemals Shellshock)

Kyosis: Shellshock war damals ein Vorschlag von Max und neben den anderen Vorschlägen eigentlich der Beste. Wir waren uns aber schnell einig, dass wir uns vor einem Release umbenennen wollen. Keiner war wirklich überzeugt. Unserem Drummer Andre ist dann irgendwie, nach zahlreichen Ideen und Kombinationen der Name KYOSIS in den Schoss gefallen. Eine Bedeutung hat der Name eigentlich nicht. Ist das überhaupt ein regulärer Begriff? Haha, keine Ahnung. Klingt gut, klingt nach was Großem und bleibt im Ohr.

Newcomer Szene: Ihr sagt über euch, dass die einzelnen Einflüsse eurer Musik nicht unterschiedlicher sein können: Worauf ist das zurückzuführen und macht genau das, eure Kunst vielleicht sogar aus?

Kyosis: Naja, ich denke dass es wohl eher an den einzelnen Charakteren liegt. Musikalisch gesehen kommen wir alle aus dem Rock. Wie schon erwähnt, da dann aber aus allen Facetten. Das geht los bei Punkrock und Hardcore, New Metal, Metalcore bis hin zu Sludge, Stoner und Psychodelic Rock. Da kommen sicher viele Einflüsse zusammen und die prägen dann auch einen gewissen Sound.

Newcomer Szene: Nicht nur die Einflüsse sind vielseitig, auch das Alter betreffend habt ihr untereinander (eher untypischerweise) eine gewisse Range: Kommt es da manchmal zu kleineren Unstimmigkeiten und/oder ist das für die Musik vielleicht sogar eher von Vorteil?

Kyosis: Ja, in der Tat. Wir vereinen zwei Generationen. Andre geht nun langsam aber sicher auf die 40 zu, Thanos ist gerade 20. Da treffen natürlich Welten aufeinander, persönlich wie auch musikalisch. Aber die Chemie passt super. Andre bringt manchmal das altbackene und väterliche rein, die Jungen Wilden sorgen dann dafür, dass es nicht langweilig wird. Nein, Spaß! Es passt super und wir lernen alle gut voneinander.

Newcomer Szene: Im Juni hattet ihr euren ersten Live-Auftritt: Was war das für ein Gefühl und wo liegen für euch die Unterschiede zwischen Studio und Bühne?

Kyosis: Es war ganz witzig, da es für einige das erste Mal auf einer Bühne war, für Tobi, Max und Andre aber dann nichts neues, weil die drei vorweg schon in anderen Bands spielten und Auftritte und Touren erlebt haben. Es war aber ein super gutes Gefühl, endlich die Songs, die seit 1 Jahr nur im Proberaum gespielt wurden, endlich den Menschen zu präsentieren. Bedingt durch den Wechsel an der Gitarre mussten wir leider einige Shows absagen. Die Resonanz auf die EP und den Auftritt war echt überraschend gut und positiv und wir haben einige Anfragen bekommen. Ab Januar soll´s dann wieder los gehen. Da ist Olli fit und die Songs sitzen.

Newcomer Szene: Eure Homebase ist in München: Was bedeuten euch eure Wurzeln und wie gestaltet sich die dortige Musikszene?

Kyosis: Wir kommen eigentlich alle aus verschiedenen Regionen um München bzw. auch von weiter weg. Homebase ist wichtig, das Networking mit anderen Bands ist ebenso wichtig. Eine Fanbase bauen wir gerade auf und es schaut gut aus. Die Szene in München ist nicht vergleichbar mit anderen Städten wie z.B. Hamburg, Köln oder Berlin. Da ist es schon alternativer. Aber es wächst was zusammen hier im Süden, es macht zumindest den Eindruck. Konzerte häufen sich, man kommt besser und schneller ins Gespräch. Das war vor einigen Jahren noch nicht so. Bands wie GWLT, Emil Bulls oder Marathonmann präsentieren unsere Stadt schon ganz gut in der Republik.

Newcomer Szene: Was kommt als Nächstes? Sind Auftritte geplant?

Kyosis: Ja, das ist das nächste große Ziel. Ab Januar wollen wir regelmäßig Shows spielen. Wir schreiben gerade neue Songs, zusammen mit Olli, der einen sehr coolen Sound mitbringt. Für den Sommer 2017 laufen aktuell einige Festivalanfragen. Wir werden sehen. Und wenn´s so passt, sollte Ende 2017 auch wieder ein Studiobesuch stattfinden.

Weitere Infos findet ihr auf Facebook, Bandcamp und der Website.

Ein Artikel von Sabrina Kleimann

Interview mit In This Temple

Artistfy: Am 15. Januar erscheint euer Album „Deadlight“. Elf Songs gibt es darauf zu hören. Was erwartet den Hörer?

In This Temple: Das Album führt den Hörer durch verschiedene Lebensphasen und Konflikte. Nicht nur durch zwischenmenschliche Konflikte, sondern auch durch innere Konflikte. Bedürfnisse, Wünsche und die vermeintliche Rolle eines Einzelnem in der Gesellschaft scheinen dabei ein großes Konfliktpotential zu haben. Musikalisch haben wir diesen Themen eine sphärische, aber zugleich sehr direkte und progressive Note gegeben.

Artistfy: Ihr macht Metal Musik. Ein Genre das immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Ist es dennoch sehr schwer noch Fuß zu fassen oder sich unter den vielen Bands durchzusetzen?

In This Temple: Metal kann man heutzutage nur mehr als Übergenre sehen. Es gibt eine bald unüberschaubare Menge an Subgenres und das macht es den Hörern bestimmt nicht einfacher. Natürlich ist unsere Musik noch eindeutig als Metal einzuordnen, aber die Wurzeln schwinden immer mehr und die Musik, die uns als Band beeinflusst stammt sehr oft garnicht aus dem Metal-Genre. Und ja! Es ist schwer.

Artistfy: Was unterscheidet eure Musik von anderen? Warum habt ihr euch für Metal entschieden?

In This Temple: Man kann jetzt versuchen uns selbst ein Alleinstellungsmerkmal aufzudrücken, aber dass sollte Aufgabe der Hörer sein. Wir lassen viele Einflüsse zu, die wir auch musikalisch verarbeiten. Das sorgt für Abwechslung zwischen den Songs, aber zum Teil auch innerhalb eines Songs.
Wir haben uns auch nicht bewusst für eines hunderter Subgenres entschieden, jedoch haben wir natürlich allesamt auch in der härteren Musik unsere Wurzeln und ein 'Zuhause'.

Artistfy: Wird es im Jahr 2017 eine Tour geben oder gibt es schon Auftritte?

In This Temple: Es sind ein paar Konzert in Planung. Das erste Konzert 2017 findet am 20.01 in Linz/Austria (Location: Ann and Pat) statt. Tour gibt es noch keine, aber wer uns dabei haben möchte soll sich gerne melden!

Artistfy: Wer sind eure Vorbilder? Gibt es eine Band, die euch besonders inspiriert?

In This Temple: Vorbilder im eigentlichen Sinne gibt es bei uns nicht. Es sind am ehesten jene Alben die uns beeinflussen, die jedem in der Band gefallen. Das reicht von Rock, Punk, HipHop, Hardcore & Metal bis hin zu elektronischer Musik.
Und Helge Schneider. Manchmal...

Artistfy: Warum habt ihr mit der Musik angefangen? Was war eure erste Konfrontation mit Musik?

In This Temple: Weil Musik bewegt, befreit, aber auch weil die Musik verbindet und zugleich Zuflucht sein kann.

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Interview mit Fading Sunday

Artistfy: Am 23. Dezember erschien euer Album „Play It Loud“. Zehn Songs gibt es darauf zu hören. Was erwartet den Hörer?

Fading Sunday: Bei unserem Album Play It Loud erwartet den Hörer eine abwechslungsreiche und fokussierte Platte, die dank vieler Nuancen einfach Spaß macht zu hören. Die Stile gehen von College Rock, über Alternative bis hin zu Pop Punk und einzelnen Metal Riffs. Es könnte auch der Soundtrack zu einer American Pie Hausparty sein.

Artistfy: Ihr macht Alternativen Rock. Ein Genre das am stärksten vertreten ist am Markt. Ist es sehr schwer noch Fuß zu fassen oder sich unter den vielen Bands durchzusetzen?

Fading Sunday: Es ist sehr schwer mit der eigenen Band Fuß zu fassen zwischen all den anderen Bands, die ähnliche Musik machen. Wir möchten natürlich nicht als "eine Band von vielen" abgestempelt werden sondern wir wollen dass wir nach Konzerten in den Köpfen der Leute bleiben. Da spielen natürlich viele Faktoren eine Rolle. Bühnenperformance, Kontakt zum Publikum, Natürlichkeit, die Liste geht da ewig weiter. Dazu muss man natürlich auch sagen dass sich das Niveau der Bands stetig erhöht.

Sehr gerne schaue ich mir Konzerte von regionalen Alternative Bands an. Und am Ende können wir als Gruppe sogar noch von anderen Bands lernen. Ich denke wenn man sich intensiv beschäftigt, das Gesamtkonzept stimmt und man hinter seinem Projekt steht dann hat man gute Chancen sich durchzusetzen.

Artistfy: Was unterscheidet eure Musik von anderen?

Fading Sunday: Wir probieren mit Songs wie z.B. "Because Of Her" den guten alten 90er College Rock wieder zum Leben zu erwecken. Das ist auch die Richtung, in die wir in Zukunft gehen wollen. Der Markt wird derzeit überschwemmt von elektronisch erzeugten Klängen. Auch diese haben ihre Daseinsberechtigung, nur wir sind der Meinung dass der handgemachte College Rock in den letzten Jahren etwas untergegangen ist. Vor allem in unserer Gegend (Rhein Main Gebiet) fallen mir fast keine Bands ein, die in Richtung College Rock gehen.

Artistfy: Wird es im Jahr 2017 eine Tour geben oder gibt es schon Auftritte?

Fading Sunday: Wir sind zur Zeit in der Planung von Auftritten in diesem Jahr. Unser Ziel ist eine kleine Tour durch Hessen oder sogar Deutschland zu machen. Es stehen noch einige Festival Bewerbungen aus. Ein Termin steht jedoch schon fest: Samstag, der 24.06.2017 in der Goldenen Krone in Darmstadt. Dort spielen wir im Stadtfinale des SPH Bandcontests.

Artistfy: Wer sind eure Vorbilder? Gibt es eine Band, die euch besonders inspiriert?

Fading Sunday: Unsere Vorbilder sind sehr unterschiedlich: Unser Sänger Kev inspiriert sich von Bands wie Green Day, All Time Low, Set It Off und viele andere Bands aus dem Pop Punk Bereich. Das ist auch unsere Hauptinspiration wenn wir Lieder schreiben. Unser Bassist Pascal kommt aus der Rammstein und Metal Gegend und Gitarrist Lucas inspiriert sich von der Band The Hirsch Effekt. Unser Schlagzeuger Jamal findet sich im Hip Hop wieder und allem anderen was gerade so angesagt ist.

Artistfy: Wie geht ihr beim Song schreiben vor? Sind es Themen aus dem Alltag oder eher frei Schnauze?

Fading Sunday: Die Themen unserer Songs sind unterschiedlich. Die größten Bestandteile sind allerdings die Erfahrungen und Geschehnisse aus dem eigenen Leben oder das Leben anderer. Wenn es etwas zu verarbeiten gibt, man sich über etwas freut oder empört ist, dann wird das in einen Song gepackt. Egal ob man es nun selbst erlebt hat oder von Freunden erzählt bekommt. Irgendwie kann sich jeder mit den Themen identifizieren. Dann gibt es noch die frei erfundenen Themen.

Es gibt Themen und Geschichten, die nicht zwingend einem von uns passiert sind. Aber wir denken über viele Themen nach und darüber schreiben wir. Natürlich gibt es auch Songs und Texte, wo wir ohne nachzudenken einfach mal etwas raushauen. Da hat kein Text einen Sinn aber es macht Spaß es zu spielen.

Artistfy: Warum habt ihr mit der Musik angefangen? Was war eure erste Konfrontation mit Musik?

Fading Sunday: Jeder von uns hat seine eigene kleine Geschichte bis wir uns alle getroffen haben. Lucas hat bereits mit 6 Jahren eine Gitarre bekommen, jedoch ging es erst richtig mit 12 Jahren los als der die Band Slipknot entdeckt hat. Das Thema Musik geht so weit dass er heute Musikwissenschaften studiert. Pascal hatte seine erste Konfrontation mit 16 als er sich den Film "Kings Of Rock" von Tenacious D anschaute. Danach hat er sich viel mit der Band und der Musik beschäftigt und fing kurz darauf mit dem Bass spielen an. Jamal fing mit 14 Jahren an Schlagzeug zu spielen und Unterricht zu nehmen bis er mit 16 Jahren auf Kev traf und mit ihm zusammen eine Band gründete. Kev´s erste Konfrontation mit der Musik war mit 16 Jahren in der Schule, als sich Klassenkameraden eine Gitarre und einen Bass kauften. Kev bot an deren Texte zu schreiben, endete jedoch als Sänger in der Gruppe. Zusammen mit Jamal gründeten sie ihre erste Band - quasi die Vorband von Fading Sunday.

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