Interview mit Mädchenname Mademann

Mädchenname Mademann ist Punk-Kabarett, unglaublich sympathisch und so lustig, dass ich teilweise vor Lachen aufhören musste zu tanzen. Mit Megahits wie „Handmade“ und „Bier ins Bierloch“- dem wahrscheinlich abwechslungsreichsten und zugleich eingängigsten Medley der Welt- bringen sie die Meute zum Mitsingen und Tanzen. Stimmung ist auf den Konzerten auf jeden Fall sicher. Ich hab mich mit den beiden Musikern Alex (Gesang und Klavier) und Mademann (Schlagzeug und Gesang) getroffen um zu klären, was es mit David Hasselhoff, der seit dem ersten Auftritt zu jedem Konzert eindringlich eingeladen wird, auf sich hat, wie der typische MNMM Fan so drauf ist und wie viel Bier ins Bierloch gehört.

Artistfy: Wichtigste Frage zuerst: Was hat es mit David Hasselhoff auf sich?

Alex: David Hasselhoff ist für uns eine Quelle der Inspiration. Er ist ein Vorbild. Er sollte ein Vorbild für uns alle sein, aber in erster Linie ist er einfach die derzeitige Inkarnation des Trash und deswegen ist er für uns ein unheimlich wichtiger Faktor in unserer Musik. Er verkörpert all das, was wir mit unserer Musik gerne ausdrücken möchten.

Artistfy: Wie lang gibt’s euch? Erzählt mal n bisschen über eure Entstehungsgeschichte.

Mademann: Angefangen hat alles vor ca. drei vier Jahren. Da hatten wir beide noch andere Bands nebenbei, aber nicht zusammen und da saßen wir am Lagerfeuer, hatten den Namen und haben uns gedacht, dass allein für diesen Namen eine Band gegründet werden muss. Und dann haben wir ne Band gegründet die eben Mädchenname Mademann heißt. Dann haben wir anderthalb Jahre, zu dritt noch, geprobt. Der, dem der Götterschiss wiederfahren ist, der war unser Gitarrist früher.

Die meisten unserer Lieder beruhen auf ner wahren Geschichte. Naja, dann haben wir weniger geprobt, irgendwann haben wir dann gar nicht mehr geprobt ein Jahr lang und dann haben wir letztes Jahr beim Campen gesagt; eigentlich könnten wir ja wieder einen alten Song auspacken. Ich auf ner Kühlbox und Alex auf ner Gitarre von nem Kumpel. Das gute an einer Kühlbox ist; da ist Bier drin im Gegensatz zur Cajon. Zwischendurch wurde der Sound dann ein bisschen voller, weil die Kühlbox ein bisschen leerer wurde. Danach haben wir beschlossen, dass wir das weiter machen müssen. Das ist so geil und macht Spaß. Dann haben wir letztes Jahr im Sommer gesagt dass wir das weiterführen und im September zum ersten Mal geprobt zu zweit. Also die band an sich gibt’s seit drei, vier Jahren, aber wir machen das wirklich aktiv erst seit letzten September.

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Artistfy: Punk Kabarett, was kann man sich darunter vorstellen?

Alex: Ich glaube das basiert erst mal auf der Combo. Klavier und Schlagzeug und ich spiel halt gerne so plincki-plancki-shit und das passt halt nicht in den Punk. Mademann ist halt offensichtlich Punk. Ich meine guck dir die Haare an. Das mischt sich einfach irgendwann dazu. Wir erzählen Geschichten, wir versuchen das ganze irgendwie rüberzubringen. Wir singen das ganze auch auf deutsch damit man das versteht, weil wir denken ja auch auf deutsch und wir erleben die ganze Kacke, die wir da singen auch auf deutsch. Punk Kabarett ist in erster Linie Kabarett und kriegt dann die Punk Elemente rein. Oder manchmal ist es auch Punk mit Kabarett Elementen. Manchmal muss ’n Song auch einfach mitten in die Fresse gehen.

Artistfy: Ein Freund meinte zu mir, Ihr hört euch an wie fünf Leute und habt was von Die Ärzte. Kann man das so stehen lassen?

Alex: Wir hören uns tatsächlich ein wenig an wie Die Ärzte. Mademann ist mega Die Ärzte Fan, aber ich schreib halt die Songs und hör eigentlich gar nicht Die Ärzte und dann klingt’s trotzdem wie Die Ärzte. Wahrscheinlich ist das seine Aura die auf mich abfärbt. Es passiert uns richtig häufig, dass ich einen Song schreibe und er meint dann, dass Die Ärzte das auch schon gemacht haben. Das ist schon bitter, wir schwingen vielleicht auf der gleichen Ebene, aber wir können uns auf keinen Fall mit Die Ärzte vergleichen, das steht ja außer Frage. Irgendwie gehen wir wahrscheinlich in die gleiche Richtung oder kommen aus der gleichen und ich könnte mir vorstellen, das die genauso viel Kacke im Proberaum gebaut haben wie wir.

Artistfy: Was macht denn einen MNMM Fan aus?

Alex: Wir haben ganz wunderbare Fans, die sich teilweise große Poster von uns ausdrucken, eine Tintenpatrone damit verschleudern und sich das an die Wand hängen. Mademann: Oder „Bier ins Bierloch“, als Spruch zum Beispiel wollten wir eigentlich als T-shirt drucken, hatte sich einer ausgedruckt und an die Tür geklebt, weil wir keine Sticker haben. Und sie haben uns beim Konzert T-shirts von unserer Band geschenkt. Einer hat sich ein Bier-ins-Bierloch-T-shirt gemacht und andere haben sich welche gemacht, auf denen hinten David Hasselhoff war und das haben sie uns geschenkt.

Alex: Vielleicht ist das die subtile Nachricht: wir sollen nicht mehr nackt sein auf Konzerten. Ach, außerdem muss man als wahrer Fan von unserem Emailverteiler wissen. Jeder, der ne Mail an uns schreibt, ist dabei. Dann gibt’s jeden Sonntag immer ne Mail von uns.

Artistfy: „Handmade“ oder „Bier ins Bierloch“. Welcher Song beschreibt eure Lieblingsbeschäftigung besser?

Mademann: Beides Gleichzeitig.

Alex: Am besten beides gleichzeitig. Man sollte aber tatsächlich auch bei „Handmade“ uns nicht mit dem Lyrischen Ich verwechseln. Bei „Bier ins Bierloch“ schon. Das Lyrische Ich sind wir.



Artistfy: Wie lange habt ihr „Bier ins Bierloch“ schon gespielt und wie viele Lieder?

Alex: Der Rekord liegt bei 42 Minuten. Das ist das längste. Da waren wir im Proberaum, spielen „Bier ins Bierloch“ durch und hauen Song um Song raus, spielen das gesamte Set, alle Songs die wir haben und dann alle David Hasselhoff Songs und eigentlich muss jedes mal ein Nickelback Song dabei sein. Beim Auftritt war das längste glaub ich 20 Minuten aber wir haben’s nie gemessen. Wir haben aber mal vor ein Konzert lang nur „Bier ins Bierloch“ zu spielen.

Artistfy: Und bei wie viel Bier ins Bierloch liegt euer Rekord?

Mademann: Oh man Meltdown war echt schlimm. Das ist so ne Gaming-Bar in Kreuzberg. Unsere Stammkneipe sozusagen mittlerweile. Das Meltdown wurde glaub ich vier Jahre alt und wir haben da gespielt. Die kannten uns alle nicht und wir haben dann halt Cover gespielt, zum Beispiel von Jan Hegenberg oder Pokémon. Wir haben 500 Miles gespielt und die Leute sind ausgerastet. Alex: Die Leute hatten halt so richtig Kneipen-Bierlaune und ich denke, dafür sind wir die richtige Band. Und nach diesem Abend wurde „Bier ins Bierloch“ dann offiziell zur Hymne des Meltdown erklärt. Das Problem war halt, dass unsere geilen Fans immer richtig Bock haben uns Schnaps und Bier während des Konzerts auszugeben. Und je länger wir gespielt haben, desto mehr mussten wir trinken. 

Mademann: Um es abzuschließen: Viel Bier.

Artistfy: Was darf auf einem MNMM Konzert nicht dabei sein?

Alex: Nicht David Hasselhoff! Also ganz ehrlich, es darf eigentlich alles mit auf nem Konzert sein. Zu viele Klamotten auf jeden Fall, weil es immer ziemlich warm wird und das bedeutet auch, dass man zu viel anhat. Mademann: Bitte keine Rechten.

Artistfy: Und was darf nicht fehlen?

Alex: David Hasselhoff! Bier! Mademann: Viel. Nackte Haut darf eigentlich auch nicht fehlen, entweder von uns oder von Richie. Auf jeden Fall sollte Bier nicht fehlen und es freut uns immer sehr, wenn die Leute mitsingen. Teilweise sind die Songs schwer mitzusingen, vor allem in den Strophen, aber wenn du im Refrain Feedback kriegst ist das einfach fantastisch. Alex: Und Padde! Mademann: Ja Padde ist ein Gastmusiker. Er singt ab und zu mal mit und ist auch auf der Bühne mit uns. Grade im Meltdown da kennen ihn auch alle und da ist er auch immer bei einem Song dabei.



Artistfy: Was steht an für die Zukunft von MNMM?

Alex: Wir sind schon seit April fleißig dabei Songs aufzunehmen ohne Ende. Das machen wir bei Nils Nitschke, das ist ein ganz wunderbarer Produzent mit dem wir zusammenarbeiten. Der hat ein Homestudio und ist genau der richtige und er passt auch einfach menschlich zu uns. Nils hat auch selber immer Ideen, die dann in Songs reinfließen. Das ist einfach ne geile Symbiose. Mademann: Und bei dem nehmen wir grade unser komplettes Album auf, aber wollen daraus demnächst noch ne EP rausziehen, die wir noch dieses Jahr rausbringen. Das Album wird wahrscheinlich knapp bis zum Ende des Jahres. Da machen wir dann ein Frühjahr Album draus. Die EP machen wir halt auch, weil wir jetzt auch die ersten Konzerte außerhalb von Berlin haben und damit man den Leuten auch etwas mitgeben kann. Auf die EP kommen dann auch ein zwei Songs, die auf dem Album dann nicht sind. Außerdem ne Specialversion von einem Song den man schon kennt. Nils hatte echt Bock und dann haben wir gesagt komm das machen wir jetzt so und demnächst, sobald wir es schaffen das fertig zu machen kommt die EP und dann im Frühjahr das Album und wir wollen ja noch Merch machen.

Alex: Ja T-shirts, wir haben grade angefangen und wollten die umdesignen. Außerdem wollen wir Sticker machen. Und es läuft grade eine Kickstarter-Kampagne, aber die muss man noch ein wenig ausfleischen mit Videos und so. Jedenfalls geht’s dabei nicht darum, uns ein Album zu finanzieren sondern; Es gibt eine Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer, organisiert von und mit David Hasselhoff. David Hasselhoff wird auf diesem Schiff sein und dann wird jeden Abend Programm mit David Hasselhoff sein. Das kostet leider 600€ pro Karte und wir haben 0€ pro Nase. Wir werden natürlich die ganze Zeit Videoblogs machen und schreiben wo wir ihn gerade gesehen haben, was er gefrühstückt hat, wie seine Frisur heute so sitzt und werden versuchen so viele penetrante Selfies wie möglich mit ihm zu machen und uns mit ihm anzufreunden... und ihn so oft wie möglich einfach nur zu berühren. Also wir hoffen echt, dass das was wird. Wenn etwas davon übrig bleibt, dann kaufen wir uns davon auch nichts fürs Album sondern nur Bier. Wir wollen da ehrlich sein.

Letzte Abschiedsworte: Mister David Hasselhoff, If you happen to read this thing on the internet, please come to our next show! Inform yourself on the Mädchenname Mademann webpage, to see where you have to come. You are on the guestlist as usual. See You

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Last modified onMontag, 31 Oktober 2016 14:56
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