Mykket Morton: So klingt das Debüt „New World“

Das nordhessische Kassel besticht durch interessante Bauwerke, wunderbare Naturschutzgebiete und Vielfältigkeit in Sachen Kultur. Denken wir ganz explizit an Musik aus der kreisfreien Stadt, dann denken wir an Milky Chance. Ihr „Stolen Dance“ machte das Duo 2013 international bekannt. Doch schon sehr bald werden wir spätestens an zweiter Stelle an Mykket Morton denken. Grund hierfür ist ihre neue Platte „New World“.

Die elf auf die Platte gepressten Titel haben mich persönlich mit auf eine Reise genommen, durch die die Band selbst geführt hat. Offen geben sie auf „New World“ Einblick in das Seelenleben von Mykket Morton und überraschen darauf immer wieder mit Facetten, die mich als Hörer überrascht haben. Positiv überrascht. Das ein oder andere Arrangement ließ mich in erster Sekunde tatsächlich an You & Me oder Woodkid denken, während mich viele Songs hingegen an The Lumineers oder Magic! erinnerten. Die Sounds wurden mit Passion und viel Gefühl erst überdacht und anschließend kreiert. Und in den schnelleren Stücken, da vergleiche ich die Band sehr abenteuerlustig mit den legendären The Wailers. Was für mich übrigens ein Zeichen der tollen musikalischen Qualität darstellt. Denn trotz meiner schnell gefundenen Vergleiche ist Mykket Morton stets Mykket Morton selbst geblieben. Mit offenen Armen laden sie alle dazu ein, Teil einer großen Familie zu sein. Sie zeigen wer sie sind. Und sie lassen hören, wer sie sind. Und von Titel zu Titel bekommt man die Empfindung, man würde die Gruppe besser und besser kennen lernen. Mykket Morton sind schlicht und einfach in der Lage dazu ihre Liebe zu ihrem Handwerk akustisch widerzuspiegeln und dabei eine herrliche Atmosphäre schaffen zu können.

Genau deshalb freue ich mich sehr, die Band in der Artistfy-Familie willkommen heißen zu können. In anfassbar ist „New World“ seit dem 07.11. zu haben. Doch noch in diesem Jahr übernimmt Artistfy den digitalen Vertrieb für diesen großartigen Longplayer. Ein Grund mehr, die Band etwas über sich erzählen zu lassen.

Artistfy: Mykket Morton klingt für mich sehr skandinavisch. Woher stammt der Bandname?

Mykket Morton: Mykket Morton setzt sich aus drei verschiedenen Sprachen zusammen, auch wenn das nicht die erste Intention war. Mykket bedeutet „viel“ auf schwedisch (original = mycket), „mor-“ stammt vom englischen „more“ (mehr) und „-ton“ erklärt sich von selbst. Also: „Viel mehr Ton“, eingefasst in einem eigenen Namen.

Artistfy: Gibt es Ziele, die ihr euch als Band gesetzt und ggf. zum Teil sogar bereits erfüllt habt?

Mykket Morton: Ein erstes Ziel war für uns die Ernsthaftigkeit, mittlerweile geht es darüber hinaus. Konkret bedeutet das, unser frisches und erstes Album zu nehmen und raus zu tragen in die Welt. Es unter die Menschen bringen - sie zu begeistern. Das nächste Ziel ist also: Live rocken so oft es geht und die Platte fleißig an die Menschheit zu verscherbeln.

Artistfy: Mir ist aufgefallen, dass euer Album mit sehr viel Leidenschaft entstanden ist. Also es klingt nicht schnulzig, aber New World als Herzensprojekt kommt auch als ein Solches beim Hörer an. Seid ihr gefühlvolle Typen oder doch eher Haudegen?

Mykket Morton: Sind wir gefühlvoll? Also ich meine, man höre sich mal unsere Musik an.... Würdest du Kollegah fragen, würde er antworten, dass er der Haudegen-Typ überhaupt sei. Robbie Williams würde allerdings antworten, dass er der Gefühlvollste sei. Na klar sind wir auch mal gefühlvolle Haudegen mit einem Vogel der Hoffnung.

Artistfy: „Go“ ist für mich eine richtige „Alles ist möglich“-Hymne. Was inspirierte euch zum Song und was drückt er für euch aus?

Mykket Morton: Ja, er geht in die Richtung, was überhaupt nicht die Idee beim Schreiben des Stückes war.

Es ist witzig, was mit so einem Stück passiert, wenn es unter die Menschen kommt. Man hat als Verfasser eine Vorstellung und eine Idee, oder sogar ein Konzept für sein Lied. Und die Zuhörer werfen es oft völlig über'n Haufen. Die Idee bei „Go“ war Folgende: Wir hatten bereits Stücke über Liebe, Hoffnung, Ängste, Trauer, Glück usw., also die ganzen emotionalen Dinger durch. Dieser Titel sollte einfach kurz und knackig mit einem im Hintergrund stehenden Text Energie umsetzen und unser Repertoire mal etwas auflockern.

Leider (oder vielleicht auch nicht) haben wir es nicht ganz durchgezogen und sind im Refrain wieder melancholisch, mykket-mortisch geworden. Richtig zum „Schunkler“ machte ihn unser Publikum.

Artistfy: Bei „Golden Throne“ hingegen habe ich eine richtige Gänsehaut bekommen. Worum geht es hier?

Mykket Morton: „Golden Throne“ ist einer der rundesten Titel bezüglich der Produktion geworden. Er handelt von einem jungen Erwachsenen der seine Mutter verliert und dennoch gemeinsam mit ihr weiter durchs Leben geht.

Artistfy: Auch der Inhalt von „Bird Of Hope“ würde mich sehr interessieren. Warum und für wen würdet ihr bis ans Ende der Welt gehen, um Hoffnung zu schenken?

Mykket Morton: Es war Samstagmittag, strahlender Sonnenschein und die Vögel sangen. Wir gingen in der Aue hier in Kassel spazieren und bekamen Hunger – Heißhunger auf Schnitzel. So entstand einen Tag später dieser Text. Es könnte schmalziger kommen, ist aber die Wahrheit.

Weitere Infos findet ihr auf Facebook, YouTube, Twitter und der Website.
Last modified onSamstag, 03 Dezember 2016 16:01
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