Interview mit der Band SISC

Welcome to the Show: SISC ist mit einer neuen Single am Start!

Die Band SISC aus Berlin dürfte nicht nur für die deutschen Hauptstädter mittlerweile eine waschechte Institution der Rock-Genres Gothic und Folk sein. Schon 1986 hat die Band, die sich durch ein außergewöhnliches Erscheinungsbild, ausgeprägte mittelalterliche Einflüsse und zum Staunen bringenden Mut zur Charakterstärke von der Masse abhebt, ihre Gründung gefeiert und 1994 das erste Werk „Enter At Your Own SISC“ auf den Markt gebracht. Seither folgten fünf Longplayer. Zuletzt das Album „Too Drunk To Jig“, welches im Jahr 2014 veröffentlicht wurde. 2017 haben die Mitglieder von SISC, die auch schon auf dem EMERGENZA-Festival oder dem WGT in Leipzig zu sehen gewesen sind, Neues für Fans und interessierte Ohren parat: Seit Februar ist die Single „Welcome to the Show“, im Vertrieb über Artistfy Music, erhältlich! Wir möchten euch SISC nicht einfach nur vorstellen, sondern die Band selbst zu Wort kommen lassen. Artistfy im Gespräch mit SISC!

Artistfy: SISC besteht mittlerweile seit knapp 30 Jahren. Wer in eurer Diskografie stöbert merkt schnell, dass ihr eurem Stil über die Jahre hinweg treu geblieben seid. Ist euch dies leicht gefallen?

SISC: Vermutlich würde es uns eher schwer fallen, einem gerade angesagten Stil hinterherzuschwimmen. Das wirkt bei Bands, die es viel länger gibt, als den jeweiligen Stil, oft ein bisschen peinlich. Bitte nicht falsch verstehen: Wir finden es gut und sinnvoll, Einflüsse aufzunehmen, Stillstand nutzt Niemandem. Aber wenn man in seinem eigenen Zitatenkästlein spurlos verschwindet, hat man etwas falsch gemacht. Wir gehen ja nicht davon aus, in den Charts zu landen, also können wir genau das machen, worauf wir gerade Lust haben.

Artistfy: Wie würdet ihr selbst die musikalische Entwicklung beschreiben, die ihr in all dieser Zeit erfahren durftet?

SISC: SISC kommt ja ursprüglich aus der Wave und Gothic Szene. Wir haben eine ganze Weile mit synthetischen Drums, mit Sequenzerläufen und ziemlich schrägen Sounds herumexperimentiert, aber wir hatten nun mal auch von Anfang an einen Hang zu alter Musik, zu Swing, Ska und Folk. Der Übergang von Cyberpunk zu Steampunk ist ohnehin fließend, so dass sich bei uns alles irgendwie verbindet.

Artistfy: Der aktuelle Titel „Welcome To The Show“, der vergangenen Februar veröffentlicht wurde, ist euer neuester Streich. Warum und wie ist der Song entstanden?

SISC: Das Lied ist tatsächlich schon anderthalb Jahre alt und bei diversen Auftritten erprobt worden. Bei uns werden die meisten Songs erst eine Weile lang live gespielt, bevor wir sie dann aufnehmen. Zur Zeit ist es unser Intro und eine gute Anfangsnummer sollte das Publikum auf das einstimmen, was sie so erwartet. Ein Teil des Songs ist schon sehr alt, wurde aber nie von uns live gespielt und aus ziemlich heiterem Himmel ist uns dann plötzlich der Rest eingefallen. Das passt eigentlich ziemlich gut zu uns.

Artistfy: Wie sieht es mit den Planungen für einen neuen Longplayer aus?

SISC: Wir würden eigentlich gerne noch ein oder zwei von den Alten verkaufen, die noch bei uns herumliegen. Aber genug neues Material für eine neue CD hätten wir schon. Wir werden in diesem Jahr also etliche Songs aufnehmen. Wir überlegen gerade, ob wir dabei auch noch ein paar ganz alte Nummern mitnehmen, mit denen wir nie im Studio waren. Die würden wir dann zum freien Download für unsere Freunde bereitstellen.

Artistfy: Visuell sieht man euch sehr eine Leidenschaft für den Filmemacher Tim Burton an. Was gefällt euch am „Bizarren“ und welcher seiner Filme ist euer Lieblingswerk?

SISC: Das Verstiegene, Verspielte und dabei aber auch etwas Gruselige ist für uns sehr faszinierend. Wir wollen auch eher bizarr sein, als die megaharten Metal-Monster heraushängen zu lassen, die wir nun mal nicht sind. Pathos - ob nun düster oder nicht - fühlt sich komisch (aber nicht ha-ha-komisch) an, wenn da keine ironische Brechung stattfindet. Abgesehen davon ist Tim Burton ein spannender Designer, auch wenn seine Sachen irgendwie alle gleich aussehen. "Corpse Bride" und "Sleepy Hollow" stehen ganz weit oben auf der Hitliste. "Nightmare before Christmas" ist auch toll. Außerdem ist die Musik von Danny Elfman brillant, Templer ist ein großer Fan von Elfman's ehemaliger Band Oingo Boingo -die auch echt schräge Videos gemacht haben.

Artistfy: Wenn ihr Musikvideos dreht: Wer ist für die Inhalte verantwortlich, also der Regisseur?

SISC: Das ist ganz unterschiedlich. Etliche unserer Videos sind ja primär als Anschauungsmaterial gedacht, um etwaigen Veranstaltern zu zeigen, was wir auf der Bühne so machen. Bei anderen stand ein visuelles Konzept oder eine bestimmte Geschichte bzw. Atmosphäre im Vordergrund. Die Ideen für so etwas entwickeln wir meistens gemeinsam. Manchmal sind es aber auch einzelne Bandmitglieder oder Ben (unser Manager) oder andere Freunde der Band. Natürlich muss so ein Plan für ein Video von allen Beteiligten abgesegnet werden.

Artistfy: Auch Live-Auftritte habt ihr Unzählige absolviert. Was steht in der nächsten Zeit an?

SISC: Wir bemühen uns immer unsere Webseite und Facebookseite auf dem neuesten Stand zu halten. Ihr findet dort alle wichtigen Termine.

Weitere Infos findet ihr auf Facebook, YouTube und auf der Website.
Last modified onFreitag, 07 April 2017 08:59
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