„Leaves Turning Red“ ist mehr als "ein paar Tage Recordings"!

Mitte März hat die Progressive Rock-Band Aëdon, die sich 2015 im Ruhrgebiet gegründet hat, ihre aktuelle EP „Leaves Turning Red“ veröffentlicht. Doch nicht nur dies sorgt dafür, dass die Bandmitglieder Simon, Max, René, Tobias und Daniel derzeit ganz schön beschäftigt sind. Bis Ende diesen Jahres stehen zahlreiche Konzerte fest in ihrem Terminkalender. So werden sie im Juni zu den Line Ups des HardtBeat Festivals in Mönchengladbach und des Traumzeit Festivals in Duisburg gehören, weitere Shows werden sie u.a. nach Herne, Essen und Oberhausen führen. Sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus wird sich der Tour-Bus bewegen: Als Teil des diesjährigen Euro Rock, dessen Konzept den eigenen Angaben nach als „intensiver Kulturaustausch zwischen jungen Musikern in Europa“ zu beschreiben ist, werden sie ebenfalls in der Niederlande und in Frankreich ihre Zelte aufschlagen.

Nachdem Artistfy bereits einen Review-Artikel über „Leaves Turning Red“ mit der Welt geteilt hat, wollen wir euch die Jungs von Aëdon, die unser Interesse wahrlich im Sprint geweckt haben, einmal mehr in den Vordergrund stellen.

Artistfy: Wie kam es dazu, dass ihr euch für gerade diesen Bandnamen entschieden habt?

Aëdon: Für uns war es wichtig einen Namen zu finden, der einerseits eine coole Bedeutung hat, aber auch irgendwie "gut aussieht". Auf der Suche nach einem Bandnnamen sind wir via Google über verschiedene Themen - von Sternennamen bishin zu Namen griechischer Götter - auf unseren jetzigen Bandnamen gestoßen. Da Aëdon visuell sehr cool aussieht, haben wir uns weitere Informationen eingeholt und schnell gemerkt, dass Aëdon auch thematisch super zu uns und unserer Musik passt. Zum Einen die tragische Geschichte der altgriechischen Göttin Aëdon und zum Anderen die simple, parallele Bedeutung für das Wort "Nachtigall".

Artistfy: Die „Leaves Turning Red“-EP ist euer erstes Werk als Band. Wie lange habt ihr dafür im Studio gestanden und wie war die Empfindung, als sich das Gefühl „endlich fertig“ eingestellt hat?

Aëdon: Für uns war die EP kein typischer "ein paar Tage Recording"-Prozess, sondern vielmehr eine längere Entwicklungsphase. An dieser Stelle geht ein riesen Dank und Lob an Christoph von Redshift Recordings, der uns immer unterstützt hat und viel Geduld mit uns hatte! Aber ja, umso intensiver fühlten wir am Ende alle das "endlich fertig".

Artistfy: Am 18.3. habt ihr in Essen auch eine große Release-Party gefeiert. War das so Etwas wie die „Taufe“ eurer Platte?

Aëdon: Ja, das war definitiv eine große Sache für uns. Für uns hatte die Release-Show eine besondere Bedeutung, da sie nicht nur den Start der EP markierte, sondern auch ein besonderes Event für uns und unsere Fans. Der Abend war ein voller Erfolg und das Publikum war der absolute Hammer. Hier noch einmal nachträglich ein dickes Dankeschön an alle!

Artistfy: Schaut man euren Terminkalender an, sieht man, dass ihr ganz schön unterwegs seid. Wie viele Auftritte absolviert ihr so im Schnitt und wie vereinbart sich das Leben als Teil einer Band mit dem Privatleben?

Aëdon: Dieses Jahr spielen wir im Schnitt ca. 2 Gigs im Monat, da sind auch einige Highlights dabei. Schaut doch einfach mal auf unserer Facebookseite vorbei und guckt unter den Veranstaltungen. Oder auch gerne auf unserer Homepage www.aedon.band. Natürlich hat jeder auch seine privaten Termine. Das Studium oder einen Job. Leicht ist das nicht immer, aber wir lieben was wir machen und bringen hier und da die nötigen Opfer. Daher mussten wir uns bisher nicht einschränken. Wo ein Wille ist, da ist ein Weg.

Artistfy: Was habt ihr momentan für konkrete Planungen für die nächsten Monate?

Aëdon: Konkret sieht es dieses Jahr so aus, dass wir uns neben den Gigs verstärkt auf das Songwriting konzentrieren. Bisher sind schon 2 Songs fertig und weitere 3 Songs in der Mache. In unserem Gig-Plan kann als Besonderheit noch das "Euro Rock" Projekt hervorgehoben werden, bei dem wir mehrere Gigs in Deutschland, Frankreich und Holland spielen werden und im Laufe der Zeit mit verschiedenen europäischen Bands Songs schreiben werden. Nebenher werden wir außerdem dieses Jahr noch ein paar Songs der EP als aktuelle Live-Versionen aus unserem Proberaum veröffentlichen, ein paar davon akustisch.

Artistfy: „Dried Out Streams“ klingt nach einem sehr persönlichen Titel. Manchmal muss man mit den Ergebnissen seines Handelns leben, auch wenn man bereut. Geht es darum? Was genau wird hier verarbeitet?

Aëdon: Ja, das hast Du richtig erkannt. Der Song thematisiert eine verflossene Liebe, die Jahre zurück liegt und beschreibt den Verlauf der Trauer des Protagonisten. Natürlich gibt es bei allen Songs und Texten persönliche Verbindungen, aber meistens sind es fiktive Geschichten, die erzählt werden. An und für sich wollen wir aber nie all zu viel über die Inhalte der Songs preisgeben, da wir sehr viel Wert darauf legen, dem jeweiligen Hörer seine eigene, ganz persönliche Interpretation zu ermöglichen.

Artistfy: Recht ruhig und emotional beginnt auch „Change This World“, ehe dann doch die Gitarren losrocken. Spielt hier Wut eine gewisse Rolle?

Aëdon: Change This World ist wohl DER Song der EP, der die meisten Rock-Elemente mit sich bringt. Wut oder vielleicht eher Verzweiflung über soziale Missstände, mit dem Drang nach Veränderung ist bei einigen Musikern ein wichtiger Baustein oder sogar eine Inspirationsquelle. So auch bei uns.

Artistfy: Für mich persönlich ist euer Sound sehr interessant. Mir gefällt die hörbar melancholische Grundstimmung, die akustisch dann doch etwas härter verpackt ist. „Balladen-Pop meets Hard Rock“: Könntet ihr das so stehen lassen?

Aëdon: Wir finden es interessant, dass unsere Musik schon sehr viele verschiedene Bezeichnungen bekommen hat. Für uns ist es ein gutes Zeichen, dass wir nicht so leicht in eine Schublade gesteckt werden können. Wir würden uns selbst eher dem Progressive Rock oder New-Prog zuordnen. Viele unserer Einflüsse und Idole kommen aus diesem Genre. Insbesondere haben wir uns aber für die "Prog-Schublade" entschieden, weil es einer der wenigen Schubladen in der Musikwelt ist, in der man sich keiner experimentellen Genremöglichkeiten verschließt. Wer weiß....Aëdon Album 2022 feat. Helene Fischer? Aber Spaß bei Seite. Im Kern mögen wir einfach den Gedanken einzelnen Songs oder auch Alben verschiedene Stile zu geben. Eine Möglichkeit, die wir in Zukunft mehr nutzen wollen.

Artistfy: Was für Musik hört ihr denn privat und gibt es gar Bands, die Einfluss auf euch ausüben?

Aëdon: Wenn wir eine Band nennen müssten, die uns am ehesten verbindet (bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger), dann wäre das wohl Procupine Tree. Das ist wohl auch der Einfluss, den man am ehesten raushören kann. An und für sich treffen bei uns aber Einflüsse aus den verschiedensten Genres zusammen. Da ist von Thrash Metal, über Jazz bis hin zu orientalischer Musik alles vertreten.

Artistfy: Die EP stellt den Grundstein eurer Bandgeschichte dar. Wo wollt ihr musikalisch in Zukunft hin?

Aëdon: Die EP war sehr wichtig für unsere Stilfindung. In Zukunft wollen wir unser musikalisches Spektrum aber noch erweitern. Der Grundsound soll weiterhin bestehen bleiben, allerdings wird es hier und da gewagtere Stücke und Elemente geben. Was das genau bedeutet wollen wir an dieser Stelle noch nicht preisgeben.

Die Band könnt ihr auch auf Facebook, YouTube, Instagram und ihrer Website besuchen.
Last modified onDienstag, 16 Mai 2017 10:11
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