Interview mit Christopher’s Journey
Foto: Linda Marie Balog

Interview mit Christopher’s Journey

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Newcomer Szene: Am 16. Juni ist deine EP „Introspection“ erschienen. Was erwartet den Hörer?

Christopher’s Journey: Den Hörer erwartet eine EP, die meine letzten 2-3 Jahre reflektiert. Introspection behandelt meine Selbstbeobachtung, wie der Name schon sagt. Die Songs behandeln Themen wie: Selbstwert, Innere Kraft, Fragen / Antworten, Stärke, Erfahrungen, Eigene Entscheidungen und auch eigene Wege. Das sind alles Dinge, die ich mitgenommen habe und auch den Zuhörer erzählen möchte und natürlich dazu anregen möchte, über diese Punkte nachzudenken.

Viele würden bei solchen Themen erwarten, dass so etwas viel ruhiger gesungen wird, dabei ist meine Art etwas lauter und kräftiger. Grund dafür ist, dass ich damit Stabilität ins Album bringen wollte! Damit das Ganze etwas Abwechslungsreicher ist, befinden sich auf diesem Album auch Songs, die nicht nur akustisch begleiten. Damit wollte ich auch meine Art der Entfaltung präsentieren! Den Zuhörer erwartet auch ein Song von Robert Kuhlmann, mit dem Titel „Incomplete“, welcher aussagt, dass man nie vollständig ist und immer weiter gehen kann. Dass man immer an sich arbeiten kann und es immer neues an sich zu entdecken gibt. Für diesen Beitrag danke ich Robert Kuhlmann als einer meiner besten Kumpel an dieser Stelle!

Newcomer Szene: Du hast bereits 2016 eine Single mit dem Namen „I Am the Hero“ rausgebracht. Der Stil bei deiner neuen EP ist allerdings sehr anders. Was hat dich mehr in Richtung Rock gezogen?

Christopher’s Journey: Ich habe mir schon fast gedacht, dass diese Frage kommt! Haha! Meine aktuelle Musikrichtung, die mehr in eine Rock / Alternative Richtung geht ist eigentlich die Richtung, die immer zu mir gepasst hat. Das hab ich damals mit 12/13 schon gemerkt und auch mit 21, als ich in einer Metal Band als Sänger mit meinem ehemaligen besten Kumpel Justin war. Diese Band hat mich geprägt, denn hier konnte ich ins Mikrofon brüllen, meine Stimme entdecken und einfach jeden Samstag alles rauslassen (An dieser Stelle eine Grüße an die Band und ein fettes Danke für die Zeit).

Allerdings wollte ich später, als ich die Band verlassen habe, ruhigere Musik machen. Irgendwie was anderes. Und da habe ich von vielen Seiten gehört: Chris, der Punch in deiner Stimme muss bleiben! Ich habe also lange darüber nachgedacht, bis ich dann irgendwann Best of you von den Foo Fighters gecovert habe. Und damit endete mein Jahr 2016 und begleitete mich ins Jahr 2017, woraufhin ich mit Inside of me angefangen habe. Ich wollte wieder der Chris sein, der ich schon immer war. Ich mag „I am the hero“ und ich spiele durchaus öfters auch ruhigere Titel, aber mit meiner aktuellen Richtung kann ich mich einfach besser identifizieren.

Newcomer Szene: Was unserer Redaktion als erstes aufgefallen ist, dass deine Stimme sehr Chad Kroeger von Nickelback ähnelt. Hast du den Vergleich schon öfter gehört? Spielt Nickelback eine Rolle in deinem Leben?

Christopher’s Journey: Haha! Ich mag Nickelback tatsächlich nicht. Auch wenn ich „Feed the machine“ ziemlich cool finde. Aber das habe ich von einigen Seiten schon gehört. Ich fühlte mich allerdings sehr geehrt, als mir jemand sagte, ich hör mich etwas wie Corey Taylor an. Denn das ist einer meiner Vorbilder. Oder auch Aaron Lewis von Staind. Gab auch schon Leute die sagten: Hey, das ist doch der Sänger von Creed! Fand ich auch ganz witzig, denn das kommt manchmal schon erschreckenderweise hin. Nickelback spielt also keine Rolle, sondern Bands wie: Slipknot, Staind, Breaking Benjamin, Starset und der Soundtrack von dem Videospiel: The Elder Scrolls 4: Oblivion, aber das ist ein anderes Thema! ;-)

Newcomer Szene: Was möchtest du mit deiner Musik erreichen und welche Eindrücke hast du vom Musikmarkt?

Christopher’s Journey: Meine Ansprüche in der Musik sind vielleicht weniger hoch als die von manch anderen Musikern. Ich möchte das machen, was ich aktuelle tu: Mein Hobby leben. Auf der Bühne stehen, sowohl in Dortmund als auch in Bochum, gerne auch weiter weg. Meine Gedanken auf’s Papier bringen, Songs aufnehmen und Alben veröffentlichen. Es macht einfach unfassbar viel Spaß! Musik war immer schon da. Seit ich 11 oder 12 Jahre alt bin spiele ich Gitarre und habe damals mit meinem ehemaligen Kumpel Justin viel Musik gemacht, rumgealbert und im Zimmer ins Mikrofon geschrien.

Ich glaube dieser Chris steckt immer noch in mir und will sein Hobby ausleben. Ich kann Leute an Abenden unterhalten und wenn dann noch die Freunde dabei sind und direkt vor dir stehen, während du auf der Bühne stehst oder sitzt, ist das exakt der Grund, warum ich Musik mache. Ich möchte am Ende meines Lebens zurück blicken und wissen, dass meine Reise mich bis zu diesem Punkt geführt hat. Ob mit Musik oder nicht sei erstmal dahin gestellt, aber jeder Auftritt bleibt in Erinnerung und jedes veröffentlichte Album ebenfalls. Apropos Album: Eindrücke vom Musikmarkt. Ich glaube es ist schwierig geworden, aber auch interessant zu sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Gefühl jeder 3. Mensch ist Musiker und jeder 4. Davon stand mindestens einmal auf der Bühne oder?

Spotify ist voll von Künstlern, wir werden überhäuft mit Musik. Die Konkurrenz ist stark und der Platz für einen Auftritt im Lokal muss schon teilweise mit einem Bewerbungsverfahren erstellt werden. Ganz oben zu stehen ist schon fast unmöglich und davon zu leben irgendwie auch. Aber geht es wirklich bei Musik darum? Ich habe mir oft Gedanken gemacht, wie wichtig es ist, mit Musik Geld zu verdienen, bzw. davon zu leben. Denn warum mache ich Musik? Ich lebe nur ein einziges mal und am Ende ist die Musik die ich mache wahrscheinlich mehr für mich da, als das Geld was dabei rum kam.

Newcomer Szene: Deine Songs schreibst und produzierst du selbst? Wie gehst du da vor?

Christopher’s Journey: Absolut! Meine Songs schreibe und produziere ich selber! Beim Songwriting ist es immer unterschiedlich. Entweder schreibe ich mal Abends auf meiner Couch ganz bewusst einen Text und pass daraufhin eine Melodie an oder ich entwickele das Ganze anders rum: Ich spiele Songs so lange bis mir etwas gefällt, nehme es auf und schreibe erst dann einen Text dazu, der auf das Raster passt. Oft sind es aktuelle Dinge, die mir durch den Kopf gehen. Aber wie produziere ich das Ganze? Ich würde sagen: Gar nicht mal so professionell wie man sich denkt. Ich nutze ein Gitarren Interface von Line6 und ein Rode NT1-a für den Gesang.

Nutze ältere Software und bearbeite es so, wie ich es damals von meinem ehemaligen besten Kumpel gelernt habe. Man merkt tatsächlich dass die Songs Qualitativ immer besser werden und ich denke durchaus, dass es nächstes Jahr zeit wird, das Equipment zu upgraden und den Skill zu erhöhen! Ich muss an dieser Stelle auch noch erwähnen, dass die Musikvideos, welche auch auf YouTube vorhanden sind, alle komplett selbst produziert sind. Oft hilft mir Robert dabei, denn wir beide drehen Musikvideos. Das ist eines unserer größten Hobbies! Er ist nämlich DER Kameramann! Und schneidet die Videos mindestens genauso gut wie ein 5-Sterne Koch seine Zwiebeln! Außerdem entwerfe ich meine eigenen Designs, meine Cover Arts, sowie Logos und auch meine eigenen Fotoshootings. Ich habe auch mein Album „Introspection“ in einer Kleinauflage von 100 Stk. produzieren lassen. Das Ergebnis sieht großartig aus!

Newcomer Szene: Was können wir noch in diesem Jahr von dir erwarten – gibt es noch kommende Auftritte?

Christopher’s Journey: In diesem Jahr? Also ich werde erstmal weiter auf YouTube (Dort bin ich hauptsächlich vertreten) einige Cover Songs machen. Allerdings schreibe ich derzeit schon wieder einen neuen Song, mit dem mein zweites Album beginnt. Ob es noch dieses Jahr erscheint oder nächstes Jahr, weiß ich noch nicht. Geplant ist auch, nebenbei ein paar deutsche Songs zu schreiben und ein Nebenprojekt zu starten. Das Projekt: NERD (Projektname). Beginnend mit dem Song „Im Autokino“, erhältlich auf YouTube, thematisiert die beste Community, mit vielen coolen und tollen Leuten und vor allem die Radio Nukular Truppe, sowie Rumble Pack und natürlich „Im Autokino“. Auftritte kommen natürlich welche. Mein Plan, bzw. meine Hoffnung lag darin, im Jahr 2017 mindestens 10 Auftritte zu haben.

Ich glaube das übertreffe ich tatsächlich. Am 01.07 bin ich am Dortmunder U. Das wird grandios! Am 21.07 in Herdecke und im September bei der 150 Jährigen Tengelmann Feier und Ende Sepetember steht auch noch was an. Das sind alles Auftritte, die mir noch entgegen kommen, aber ich schreibe ständig die Leute an. Bei Facebook, via. E-Mail, rufe dort an, frage nach und hoffe auf Antworten, auf Feedback. Teilweise schreibe ich bekanntere Leute an, einfach mal um zu gucken, was passiert. Ich habe mich auch für einen Auftritt bei der Gamescom beworben. Wenn ich es da auf die Bühne schaffen sollte, fresse ich meine eigene Super Nintendo.

Newcomer Szene: Was würdest du anderen Musikern raten bez. Mit auf den Weg geben?

Christopher’s Journey: Hallo Musiker. Ihr sitzt zu Hause. Ihr schreibt eure Songs, jamt in euren Kellern, trefft euch mit Freunden oder musiziert alleine nach der Arbeit, am Wochenende. Ihr steht auf der Bühne, unterhaltet Leute oder ihr stellt das Handy auf dem Tisch und filmt euch für YouTube, Instagram, Facebook. Ihr investiert in Equipment, in Produktion, in Arbeit und in Zeit.

50 oder sogar 500 Kilometer zu einem Ort, Spritgeld geht flöten, die Gage fällt aus. 20-30 Stunden Arbeit, hochgeladen auf YouTube aber nur 100 Klicks. T-Shirts produziert aber nur die Hälfte verkauft. Aber Publikum, das applaudiert. Ein Hobby, das euch begleitet. Zeiten und Erfahrungen die euch prägen. Ihr erzählt Geschichten in einer Kunstform und wenn ihr all das tut, bleibt es für immer da. Im Internet, auf CD oder in euren Gedanken. Es geht nicht um das Ziel, es geht um die Reise.

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Last modified onDienstag, 18 Juli 2017 09:09
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