Mädchenname Mademann feiert - Das Beste aus 25 Jahren
Foto: Daniel Lauermann

Mädchenname Mademann feiert - Das Beste aus 25 Jahren

Sie ist da! „Das Beste aus 25 Jahren“. Madig und Saulustig. Die EP des Berliner Punk-Kabarett Duos Mädchenname Mademann, hatte am 07.01.2017 ihre große Releaseparty im Meltdown Berlin. Und groß war sie wirklich. Die Band hat definitiv sehr treue Fans, denn das Meltdown war bis zum bersten gefüllt und die Stimmung bestens. Es waren weit über hundert Menschen in der doch vergleichsweise kleinen Bar, die alle gut drauf waren, textsicher die Lieder mitgesungen haben und sich, gemäß der Hymne eines jeden MNMM-Konzerts, eifrig „Bier ins Bierloch“ kippten. Nicht nur bei den MNMM-Ultras kommen die Jungs gut an, auch bei denjenigen, die von ihren Freunden mitgeschleppt wurden hatten die beiden für ordentlich Stimmung gesorgt.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Meltdown am Ende des Abends kein Bier mehr hatte und am Merchstand fleißig EPs und T-Shirts gekauft wurden. Zwei Sets wurden gespielt und bereits nach dem ersten Set, als auch ich mir beides abgreifen wollte, musste ich feststellen, dass die T-Shirts fast komplett verkauft waren und auch der Karton mit den CDs ziemlich leer aussah. Zusätzlich soll das ganze dann aber demnächst auch noch auf iTunes, Spotify und Amazon veröffentlicht werden.

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Es ist ihre erste EP, die jetzt endlich im vierten Jahr nach der Gründung der Band entstanden ist. Was kann man erwarten? Nun, als MNMM-Fan, genau das, was man sich erhofft hat. Madigkeit vom feinsten. Wer die Band noch nicht kennt; man kann sicherlich nicht leugnen, dass Mädchenname Mademann nicht ganz jugendfrei ist. Frontsänger und Pianist Alex macht zusammen mit Mademann (Schlagzeug) Punk-Kabarett. Es geht um Bier, nackte Haut, gute Laune, noch mehr Bier und noch mehr nackte Haut und natürlich um David Hasselhoff, Trash-Ikone und Vorbild der beiden Musiker, und der zu jedem Konzert eingeladen wird.

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Ja ich weiß das hört sich alles verdächtig nach Ballermann an, und vielleicht ist das gar nicht mal so abwegig, wenn man sich einige Coversongs von Livekonzerten anschaut. Stimmung macht die Band aber in jedem Fall und zumindest spielen sie keinen Schlager. Sie erinnern tatsächlich ein wenig an Die Ärzte. Die wurden ja auch mit „Männer sind Schweine“ zur Ballermann Hymne. Wer allerdings auf tiefgründige, hochphilosophische Texte hofft, sollte möglicherweise doch lieber zu einer anderen Band greifen. Auf der anderen Seite ist Tiefgründigkeit sicherlich auch eine Frage der Definition, denn Gedanken machen sich die beiden tatsächlich viele. Beginnend wird nämlich gleich mit der elementaren Frage eingeleitet, worauf man denn eigentlich noch onanieren dürfe. „Handmade“ (deutsch ausgesprochen erzeugt es gleich nochmal ein ganz anderes Bild im Kopf) wurde „geschrieben um einen Synthesizer Sound zu würdigen“, den Scat Sound. Das Lied ist auch eins meiner Favoriten der Band, da ich mich jedes Mal wie ein kleines Kind über den Text kaputt lachen muss und der Song live, so wie auf der Aufnahme ordentlich fetzt und einen das Tanzbein schwingen lässt.

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Schön laut und punkig wird es im zweiten Lied. In „Wir machen nur Musik“ werden verschiedenste Gründe aufgelistet Musik zu machen. Für MNMM gibt es nur allerdings einen einzigen. Nicht nur singen kann Frontsänger Alex. Auf Livekonzerten beweist er des Öfteren, dass er auch rappen kann. Auch die Strophen des dritten Titels „Verdammter sexy Richie“, welcher auf wahren Ereignissen beruht und in dem es um den Exhibitionismus’ eben jenen Richies geht, werden mehr gerappt als gesungen und das mit durchaus gutem Flow und in strammem Tempo. Keine EP kommt ohne eine Liebesgeschichte aus.

„Der Eine 2015“ ist wohl nicht sehr romantisch im herkömmlichen Sinne. Ohne all zu viel vorweg zu nehmen, kann man aber doch sagen, dass es sich um eine ganz besondere Liebe handelt. Mit dem vorletzten Titel „Stralauer Allee 1“ haben wir auch einen Diskotitel. Er ist etwas skurril, denn er hat ein Katzensolo und sogar einen Dubstep Part, außerdem weiß ich noch immer nicht worum es in dem Lied geht. Ist auch scheißegal, man versteht eh nur die Hälfte und zum abgehen reicht es alle Mal.

Zu guter Letzt wird uns ein brandneuer Remix von „Verdammter sexy Richie“ vorgestellt. Eine Metal Version in der ordentlich geshoutet wird, gesanglich unterstützt durch Tim Tom, Mitglied der Band Black Monster Truck und Sohn von Alf Ator (Knorkator) und Nils Nitschke, zuständig für Aufnahme und Produktion. Zudem war er derjenige, welcher die Gitarren eingespielt hat. Ich denke meine Sympathie der Band gegenüber ist recht deutlich. Ich finde sie zum schreien komisch und empfehle sie definitiv jedem weiter der kein zu schwaches Gemüt hat. Auch live kann man sich die beiden definitiv mal geben, ein guter Abend ist garantiert. Ich freue mich endlich eine CD der Band in der Hand zu halten und bin jetzt schon gespannt auf das geplante Album.

Tracks

01. Handmade
02. Wir machen nur Musik
03. Verdammter sexy Richie
04. Der Eine 2015
05. Stralauer Allee 1
06. Verdammter sexy Remix (feat. Tim Tom & Nils)

Weitere Infos gibt es auf Facebook, Soundcloud, Twitter und YouTube.
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