Reviews

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Life Turns Gold – Valleys & Hills

Die Band startete 2010 mit iinsgesamt 10 Mitgliedern als reine Coverband. Im Laufe der Jahre war es den meisten Bandmitgliedern allerdings zu wenig nur die Songs von anderen zu spielen und so begann man 2014 die ersten eigenen Songs zu komponieren. Nicht alle Bandmitlieder folgten dem Weg, so dass die Band mittlerweile „nur“ noch aus 4 Personen besteht – Mona, Lena, Michi & Michi. Im März 2017 haben Life Turns Gold ihr Debütalbum „Valleys & Hills“ veröffentlicht.

Life Turns Gold wollen mit ihren Songs Freude am Leben verbreiten, den Alltag bunter machen und die Menschen zum Tanzen animieren. Wie bereits der Titel des Albums „Valleys & Hills“ (dt. „Täler und Berge“) verrät, möchte die Band mit ihren Songs motivieren immer weiterzumachen, wenn man in seinem Leben vor einem riesigen Berg steht und keinen Ausweg sieht.

Der erste Track heißt ebenfalls „Valleys and hills“ und ist trotz seiner kurzen Spieldauer einer der intensivsten Songs des Albums, da die Stimme hier direkt unter die Haut geht.

„Radio controlled“ ist für mich eher einer der schwächeren Songs des Albums, da der Bruch zu dem Song „Valleys and hills“ recht groß ist und man einen Moment braucht um sich wieder auf den Song einzulassen.

Einer der ruhigeren Songs ist „Home“. Es ist keine klassische Ballade, sondern ein ruhiger Popsong, der eine Lagerfeuerstimmung aufkommen lässt.

Der mit Abstand tanzbarste Song trägt auch den Titel „Dance“. Ein ziemlich guter Track, bei dem es schade ist, dass der Text ein wenig in den Hintergrund rückt, da er auf Grund der Beats stellenweise nicht gut verständlich ist.

Fazit: Valleys & Hills ist der Beweis, dass Texte mit Inhalt und tanzbarer Sound nicht im Wiederspruch stehen, sondern gut harmonieren können. Die Botschaften der Texte machen Mut, heitern auf und in Kombination mit der Musik möchte man sich seine Sorgen von der Seele tanzen (jedenfalls bei dem größten Teil der Songs). Mit „Valleys & Hills“ haben „Life Turns Gold“ ein gutes Debüt veröffentlich, dass mehr Berge als Täler hat.

Tipp: Auf der Website der Band http://lifeturnsgold.de/music-2/ kann man sich einen Song als Gratisdownload sichern.

Tracklist
1. Valleys and hills
2. Radio controlled
3. Thrive
4. Bounce
5. Turn it up
6. Shine
7. Home
8. Beautiful
9. Run
10. Dance
11. There’s still love

Weitere Infos findet ihr auf Facebook.
Das Debütalbum von Julian Sengelmann Featured

Das Debütalbum von Julian Sengelmann

Wenn Julian Sengelmann gefragt wird, was er beruflich macht, dann muss er ein wenig ausholen. Er ist Theologe, Moderator (hatte u.a. die Sendereihe „Sengelmann sucht“ für den NDR), Sprecher, Schauspieler (u.a. Türkisch für Anfänger) und Musiker. Am 28.04.2017 erscheint sein Debütalbum „13“.

Bei „13“ wurde auf technischen Schnick Schnack verzichtet - keine Synthies, keine Programmings, keine Samples, stattdessen wurde auf die Mischung auf sensationelle Instrumentalisten, wunderschön arrangierte Linien und warme Vintagemikros gesetzt. Herausgekommen sind 11 Songs über das Leben, die Liebe, Verlust und Freundschaft.

Das Album erzählt Geschichten aus dem Alltag von Freundschaft, Beziehungen und Verlusten. Die erste Singleauskopplung heißt „Paris“ und ist der 2. Song des Albums. Es geht um das sich immer wieder ineinander verlieben, wenn man lange zusammen ist und sich glaubt zu verlieren. Es ist ein fröhlicher Song, der sich auch direkt zum Mitsingen verführt.

Sehr stark ist ebenfalls der Song „Zeit für Konfetti“, der von den kleinen besonderen Momenten im Leben handelt und die wundervolle Textzeile „Als würd ein Kinderchor mit Engelsstimmen den ganzen Tag Oasis singen“, die ein absoluter Ohrwurm ist.

Liebeserklärungen an den Partner sind musikalisch etwas Alltägliches geworden. Eine Liebeserklärung an den besten Freund ist etwas Besonderes. Mit „Du und Ich“ wurde eine solche geschaffen. Ebenfalls sehr erwähnenswert ist „Gehen lassen lernen“ in dem es um Verlust und Trauer geht. Der Song ist sehr intensiv und geht unter die Haut.

Thematisch ist das Album der passende Soundtrack für alle zwischen Anfang 20 und Ende 30. Julian schafft die schmale Gradwanderung allen Themen eine gewisse Leichtigkeit zu geben und kommt ohne flache Plattitüden und Kitsch aus. Die Mischung aus fröhlichen Songs und ernsteren Themen ist gut gelungen.

Man merkt jedem Song die Liebe und Leidenschaft an mit der sie geschrieben und produziert wurden. Auch bei dem Artwork für das Booklet wurde viel Wert gelegt. Wer sich die Songs live anhören möchte, hat am Donnerstag 27.04.2017 die Chance. Im „Kleinen Donner“ in Hamburg findet das Releasekonzert statt.

Tracklist

1. Willkommen Zuhaus
2. Paris
3. Zeit für Konfetti
4. Du und Ich
5. Gehen lassen lernen
6. Alles fängt an
7. Milch und Honig, Schweiß und Tränen
8. Früher war alles besser
9. Irgendwann
10. Ich bring dich nach Haus
11. Raus

Weitere Informationen findet ihr auf Facebook.

Aëdon – „Leaves Turning Red“ Review

Aëdon war neidisch auf die zahlreichen Nachkommen ihrer Nichte, wollte deswegen eben jene töten, ermordete aber aus Versehen ihren eigenen Sohn. Daraufhin verwandelte sie sich in eine Nachtigall. Nach dieser griechischen Sagenfigur hat sich die Band „Aëdon“ benannt. Wer nun aber denkt, dass so eine düstere Mythologie wohl auf eine Black Metal Band schließen lässt, der täuscht sich.

Aëdon stehen für einen anderen Stil: Progressive Rock. Wobei man sagen muss, dass man es wohl auch als Alternative Rock bezeichnen könnte. Mit Klavier und mehrstimmigen Gesang. Also irgendwie auch schon wieder Indie Pop. Einen genauen Stil zu definieren, erweist sich bei Aëdon als komplizierter als es auf den ersten Blick scheinen mag.

So wirkt das Opening-Riff von „Leaves are turning red“, das auch titelgebend für die am 18. März erscheinende CD ist, ein wenig, als hätte es Mark Tremonti von Alter Bridge in einem Anfall von Melancholie aufgenommen. Nicht falsch verstehen, ich meine das mehr als positiv! Andererseits hört sich die tiefe Stimme von Sänger Simon Gatzka im Song „Make it right“ ein wenig nach Ville Valo von HIM an. Vielleicht bleiben wir einfach beim Begriff Prog-Rock, im Nachhinein trifft es dann den Stil doch ganz gut.

Vor allem die Texte geben Aufschluss darüber, dass die Jungs von Aëdon gerne düster denken. „Make it right“ handelt zum Beispiel von einem Obdachlosen, gebrochen, sowohl körperlich als auch seelisch, der darüber sinniert, wie man am besten stirbt. Doch durch dieses Düstere schafft es Aëdon, die gewollte Atmosphäre zu schaffen.

Wer gerne ein wenig Trübsal blasen möchte, oder einfach gerne melancholisch durch’s Leben schreitet wird mit Aëdon seinen Spaß haben. Jedem anderen kann es auch nicht schaden, dieser Band eine Chance zu geben!

3 von 5 Punkten.

Die Band könnt ihr auch auf Facebook, YouTube, Instagram und ihrer Website besuchen.

Alex Fischer mit seinem Debüt-Album "Freier Fall"

Angefangen hat alles mit einem Singer-Songwriter Projekt und dem Traum von Alex Fischer ein eigenes Album aufzunehmen. Um diesen Traum umsetzen zu können, hat er mehrere Mini-Jobs ausgeübt und jeden Euro für das Album gespart. Als es vor ein paar Monaten dann soweit war und die Studioaufnahmen anstanden, wusch aus dem Soloprojekt eine Band zusammen. Zudem verbindet 3 der 4 Bandmitglieder, neben der Liebe zur Musik, der Vornamen „Alexander“.

„Vorhang auf“ ist der erste Track des am 19.11. erschienen Albums „Freier Fall“ und steckt voller Energie. Dank des guten Gitarrensounds und dem abwechslungsreichen Tempowechsel ist es ein Sound, der Bock auf ein Konzert der Band macht. Mit „Fehler sind Persönlichkeit“ geht es minimal ruhiger und mit einer sehr eingängigen Melodie weiter. Es ist ein Lobgesang auf die kleinen Fehler, die uns perfekt unperfekt macht, weil uns das zu Menschen macht. „Maskenball“ ist ein Mut-mach-Song mit Ohrwurmgarantie. Es geht darum, dass man zu sich selbst stehen sollte in einer Welt in der alle eine Maske tragen um ihr wahres Ich zu verbergen.

„Tanz“ macht seinem Namen alle Ehre und lädt zum Tanzen und Springen ein. Stellenweise erinnert der Song ein wenig an Kraftklub. Ein Song, der Spaß macht und vermutlich live erst seine volle Stärke präsentieren kann.

Der nächste Song trägt den Titel des Albums. „Freier Fall“ klingt nach Sommer. Er weckt Sehnsucht nach Sonnenschein und Meer. Es geht im Song ums loslassen und darum das Beste daraus zu machen. Die Ballade „Sternenbilder sehn“ ist ein gefühlvolles Duett über das Zerbrechen einer Beziehung. Ein Song, der für Gänsehautmomente sorgt.

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„Atempause“ ist eine Pop-Rock Nummer, die die Leichtigkeit eines lauen Sommerabends hat. Die Melodie umwickelt einen und nimmt einen mit. Im Song geht es darum, dass man sich auch mal einen Moment gönnen sollte um durchzuatmen und der Hektik zu entfliehen. In „Ich mag dich“ geht es um den Beginn einer Liebe und diese Momente in denen man feststellt, dass man den anderen gernhat und das Wort „Liebe“ noch viel zu groß ist. Der Song gehört dank der Gitarre zu den Ohrwürmern des Albums. Textlich gehört „Verloren“ zu den besten Songs des Albums. Es geht darum, dass man sich zwischen den ganzen Möglichkeiten, die man hat nicht selbst verliert und das Scheitern okay ist, solange man sich selbst treu bleibt.

„Denkmal“ legt Tempo vor. Er macht Spaß und geht in Richtung Le Fly, Liedfett & Co. Es geht darum, dass man besser auf sich Acht geben sollte und öfter einmal an sich denken sollte. Der Song „Vogelzug“ beginnt ruhig und vollzieht nach knapp 4 Minuten einen fast wütenden Bruch. Aus dem sanften Gesang wird ein grollendes Gebrüll, der allen Weltschmerz auf einmal hinausbrüllt und dann wieder ruhig ausklingt. Der Song handelt von Veränderungen im Laufe des Lebens. „Auf Wiedersehen“ ist ein Song über das Abschiednehmen.

Es ist laut, kräftig und hat leichte Punkelemente. Der letzte Song des Albums ist der mit Abstand überraschendste. „Puzzle“ ist eine Mischung aus Rock und Rap gepaart mit sanften Elementen. Trotzdem fügt sich alles perfekt ineinander. Erzählt wird die Geschichte einer zerbrochenen Beziehung, dem Abschied und dem Neuanfang.

Trackliste

1. Vorhang auf
2. Fehler sind Persönlichkeit
3. Maskenball
4. Tanz
5. Freier Fall
6. Sternenbilder sehn
7. Atempause
8. Ich mag dich
9. Verloren
10. Denkmal
11. Vogelzug
12. Auf Wiedersehen
13. Puzzle

Fazit: Ein gelungenes und abwechslungsreiches Debütalbum, bei dem für jeden etwas dabei ist. Die Band geht ihren eigenen Weg und passt in kein Klischee. Textlich und musikalisch legen sie trotz der noch recht kurzen Bandgeschichte bereits ein hohes Niveau an den Tag, so dass man glauben könnte sie spielen bereits zig Jahre zusammen. Wenn sie ihr Potenzial weiterhin so nutzen, steht Alex Fischer eine erfolgreiche Zukunft bevor.

Weitere Informationen bekommt ihr auf Facebook, SoundCloud, YouTube und der Website.